2. CD - "Oagabluat"

Viele neue Ideen, die Freude am Experiment und die Aufforderung treuer Fans haben uns zum Weitermachen veranlasst. Der Sommer und Herbst 2007 waren mit intensiver Kompositions-, Arrangier- und Probenarbeit ausgefüllt.

Unsere zweite CD, die unter dem Titel  "Oagabluot" erscheinen wird, wurde Ende Dezember 2007 aufgenommen. Zielvorgabe unseres Programms war es, Melodien und/oder Texte aus Vorarlberg aufzustöbern, diese zu bearbeiten, aber nicht in alte Arrangementmuster zu verfallen. Was anfangs schier aussichtslos erschien, wurde im Laufe der Zeit zu einer immer leichteren Aufgabe. Durch die Einarbeitung von Gedichttexten, Verwendung eigener Texte und "Entlehnung" mehr oder weniger bekannter, musikalischer Vorlagen kam eine solche Fülle von Material zusammen, dass wir bei der Zusammenstellung der CD schlussendlich in Verlegenheit gerieten und auf einige Titel verzichten mussten.

Die Zutaten dieser CD beginnen mit Trompete, Flügelhorn, Bassflügelhorn, Horn, Bariton, Tuba, das Mundstück im “Beatboxstil” und dem Schellenring, die allesamt von Johannes Bär gespielt werden. Dazu kommt der Einsatz der Jazz- und Klassikgitarre und Looptool (Armin Bonner), der gleichmäßige Puls des Kontrabasses (Michael Fetz), die ersten Gesangsversuche unseres Gitarristen und die mitreißende Stimme der Sängerin Martina Breznik. Gewürzt ist das Ganze mit Spielfreude und Spontanität.

Für die Covergestaltung hat uns der Künstler Gerold Hirn (www.hirn.cc) eines seiner Gemälde zur Verfügung gestellt, bei dessen Gestaltung er sein Eigenblut verwendete. Dieses Eigenblut wurde keinesfalls durch  selbstzerstörerische Verletzung gewonnen, sondern war das "Überbleibsel"  einer medizinischen Heilbehandlung. Bei der Betrachtung dieses Bildes in seinem Atelier und dem Genuss einer guten Flasche Rotwein kam die Idee zu "Oagabluat". Dieser Titel beschreibt in einzigartiger Weise den Bezug zu unserer Musik.

Das Bild wird zu Gunsten hilfsbedürftiger Menschen verkauft oder versteigert. Für das großzügige Überlassen des Gemäldes und für die Flasche Wein danken wir Gerold Hirn herzlich.

„Oagabluat“ Inhalt:

01   AM BERGLE    Alemannisches Spottlied / Musik: Dave Brubeck / Bearbeitung: Michael Fetz
Das Alemannische Spottlied – “Am Bergle döt domma, döt stoht a wieße Gaiß” wurde im Text adaptiert und über ein Fragment des Stückes “Three To Get Ready” von Dave Brubeck gestülpt. Der doppelt unterstrichene Spott.

02   AS DUNKAT ONDRA BÄNKA     Worte: Hannes Grabher / Musik: Armin Bonner
Ein bekanntes Volkslied aus Lustenau. Der Text von Hannes Grabher ist zeitlos, die Vertonung erfolgt über einen Bossa Nova. Hätte man es in dieser Form in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts herausgebracht, wäre es wahrscheinlich ein Welthit geworden…  Die Ähnlichkeit mit dem bekannten Standard „Corcovado“ ist rein zufällig.

03   WILDE WASSR     Text: Birgit Rietzler / Musik: Armin Bonner
Birgit Rietzler aus Mellau hat diesen Text für unsere Martina geschrieben. Hier hat es sich wieder gezeigt, wie einfach es ist, gute Texte zu vertonen.

04   BRUNÄLLA      Worte: Bruno Wiederin / Musik: Armin Bonner
Der Text stammt vom bekannten Dichter und Komponisten Bruno Wiederin (+1995). Der Hinweis in einer Rezension, dass es nicht möglich sei, zu den Texten von Bruno Wiederin beliebige Melodien zu spielen, hat unseren Ehrgeiz geweckt.

05   FÜR´D KATZ     Text: Ulrich Troy / Musik: AC/DC / Bearbeitung: Michael Fetz
Ein Stück mit vielen Geburtshelfern. Man nehme eine Melodie von “AC/DC” genannt “The Jack”, bearbeitet von “Tok Tok Tok”, einen Text von Fredl Fesl, einem bayrischen Musikkabarettisten und Sprachkünstler, ins Wälderische übersetzt von Ulrich Troy (www.stemmschnur.at), mische alles gründlich durcheinander und fertig. Ganz einfach.

06   MÄ     Text: Otto Borger, Armin Bonner / Musik: Armin Bonner
Inspiriert durch das Gedicht “Der Spinnar” von Otto Borger entstand dieses Stück. Den Text für die ersten beiden Strofen hat Armin aus der Not heraus selbst geschrieben, die dritte Strofe ist dann das genannte Gedicht. Der Groove des Stückes wird durch Verwendung eines Looptooles erzeugt.

07   GOMAR LEODLE     Worte: Natalie Beer / Weise und Satz: Anton Pfeifer / Bearbeitung: Johannes Bär
Ein Schlaflied aus dem Bregenzerwald in einer unvergleichlichen Bearbeitung von Johannes Bär. Der Titel ist zu übersetzen mit “Wiegenlied der Kindsmagd” oder “Babysitter Lullaby”.

08   APOKALYPSLER     Musik und Bearbeitung: Johannes Bär
Der Jodler als Volksmusikform scheint auszusterben bzw. degeneriert zu werden zum touristischen Souvenierartikel. Deshalb wurde für diesen “Naturjodler” die Bezeichnung “Apokalypsler” gewählt. Was der Komponist damit auszudrücken versucht, bleibt der freien Interpretation des Hörers vorbehalten.

09   I FÜHL MI HI     Text: Armin Bonner / Musik: Alex Hill (1906- 1937)
Alex Hill, ein heutzutage weithin unbekannter, amerikanischer Komponist war Spender der Musik (ursprünglicher Titel: “Delta Bound”). Der Text beschreibt die kritische Auseinandersetzung mit dem Singledasein.

10   MA SÖT NÜD GÄRALLS WELLO HEA     Worte: Kaspar Troy / Weise: Josef Abel / Bearbeitung: Johannes Bär
Dieser Text des bekannten Bregenzerwälder Heimatdichters Kaspar Troy ist eine Mahnung, es mit der Erschließung unserer Bergwelt nicht zu weit zu treiben. Ein immer aktuelles Thema. Musikalisch grandios umgesetzt von Johannes Bär.

11   D´ WÄLDARE     Volksweise  / Bearbeitung: Michael Fetz
Die Sehnsucht unserer Martina nach der Erfüllung ihres Lebenswunsches möge bald erfüllt werden. Dann hört hoffentlich auch das Gejammer auf.

12   MEOR SAND VOM WÄLDARLAND     Worte: Kaspar Felder, Michael Fetz / Bearbeitung: Michael Fetz
Ein bekanntes Wälderlied wurde der musikalischen Radikalkur unterworfen. Die Verwendung eines treibenden Rhythmus und jazziger Harmonien als Interpretationsgrundlage widerlegt die Fehleinschätzung der Geschichtsschreibung “alemania non cantat” augenscheinlich.